Mit großem Interesse haben sich die Besucherinnen und Besucher am 06.06.2018 in die Grundzüge des theoretischen Konzepts der Gesamtschule Münster Mitte einführen lassen und anschließend den Ablauf des selbstgesteuerten Lernens in den Lernbüros und den Projektzeiten praktisch erfahren.

Nach der Hospitationsphase wurden die Eindrücke und Erfahrungen in den verschiedenen Lerngruppen ausgetauscht und reflektiert. Insbesondere das in allen Klassen praktizierte und gleich gestaltete Classroom-Management hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Auf alle Fragen rund um die Themen selbstgesteuerten Lernens und Inklusion konnte die Schulleiterin Kathi von Hagen im Rahmen einer tieferen Auseinandersetzung mit dem schulischen Konzept eingehen und den Gästen wertvolle Anregungen geben.

Der Referent und Schulentwicklungsberater Franz Wester setzte in seinem Vortrag zunächst bei der Begriffsbestimmung von Inklusion an und lud in einer Gesprächsrunde die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, sich über das eigene Verständnis von Inklusion auszutauschen. Sich über das Ziel zu verständigen und den Prozess von Inklusion langfristig zu planen, hält Wester für eine notwendige Voraussetzung in Schulen.

Bei den anstehenden Entwicklungsaufgaben verwies er auf die Gelingensbedingungen im inklusiven Unterricht wie den Einsatz einer Differenzierungsmatrix bei der Unterrichtsplanung, die Bedeutung des Classroom-Managements (Lernumgebung, Regeln und Rituale) und die Arbeit im Team (Kooperation der Lehrkräfte, Team Teaching, kollegiale Fallberatung usw.). Insbesondere bei den letzten beiden Aspekten konnten Verbindungen zur morgendlichen Hospitationsrunde und zum Konzept der Gesamtschule Münster Mitte gezogen werden, die eine einheitliche Klassenführung und eine multiprofessionelle Teamarbeit praktiziert.

Wester ging abschließend auf den Forschungstand ein. Studien besagen, dass in inklusiven Systemen durch das entwicklungsförderliche Klima, die Akzeptanz der Heterogenität, die hohen Leistungsanforderungen an alle und durch das hohe Kooperationsniveau der Lehrkräfte alle Schülerinnen und Schüler profitieren.

Zum erfolgreichen Coping gab er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern folgende Strategien mit auf den Weg: Planungen machen, realistische Erwartungen formulieren, auf Erfahrungen aufbauen, mit Experten herausfordernde Situationen besprechen und im Sinne des Pinguin-Prinzips nach Dr. Eckart von Hirschhausen den Humor behalten und den Blick für die Stärken jedes Einzelnen schärfen. Bei allen Besorgnissen sollte bei der professionellen Kompetenz das Motto „Yes we can“ prägend sein.

Die Besucherinnen und Besucher haben sich in der abschließenden Runde sehr positiv über das ganzheitliche Konzept der Schule geäußert, sowohl hinsichtlich der Verzahnung der einzelnen Instrumente des selbstgesteuerten Lernens als auch über den theoretischen Hintergrund, den Franz Wester gegeben hat.

PPT_Wester_ Lehren und Lernen in der inklusiven Schule

Ulrike Thöne