Das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) Pulheim ist eine Schule der Vielfalt. Die bewusste Öffnung für das gemeinsame Lernen und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus zugewanderten Familien spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Nach intensiven Vorarbeiten und einem breiten Diskussions- und Partizipationsprozess mit allen Gruppen der Schulgemeinschaft nimmt das Gymnasium seit dem Schuljahr 2013/14 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen auf. Seither wird pro Jahrgang eine Klasse des gemeinsamen Lernens gebildet. Derzeit besuchen ca. 1500 Schülerinnen und Schüler von der fünften bis zur zwölften Klasse das GSG, darunter 190 Kinder mit Migrationshintergrund (davon auch einige mit Fluchterfahrung und ohne Deutschkenntnisse) und 24 Kinder mit unterschiedlichen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen.

Die Hospitation am Geschwister-Scholl-Gymnasium im Rahmen der „Themenwoche Individuelle Förderung- KONKRET!“ am 30. Mai 2017 fand in einer offenen kommunikativen und konstruktiven Atmosphäre statt. Die Inhalte und der Austausch bewegten sich im Spannungsfeld zwischen den pädagogischen Gelingensbedingungen (Standards) und den realen Rahmenbedingungen vor Ort für das pädagogische Handeln.

Der Impuls in das Tagesthema „Inklusion – Herausforderungen und Gelingensbedingungen“ erfolgte durch einen lebendigen und von zahlreichen Aspekten einer pädagogischen bzw. inklusiven Haltung inspirierten Vortrag von Herrn Dr. Schürmann mit Fakten und wegweisenden Hinweisen für die weitere inklusive Schulentwicklung. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung hat sich gezeigt, wie hilfreich dieser Beitrag für die Veranstaltung war, wenngleich er auch alle im Hinblick auf die zukünftigen Möglichkeiten und notwendigen Ressourcen nachdenklich gestimmt hat.

Praxisbezug stellten die pädagogisch Verantwortlichen aus dem Geschwister-Scholl-Gymnasium in Pulheim her, indem sie Einblick in die konkrete Arbeit in zahlreichen Handlungsfeldern der Inklusion gaben und Gelingensbedingungen formulierten. Auf diese Weise wurden die Rollen und Aufgaben von Schulleitung, Inklusionskoordinator_innen, Schulsozialarbeit, Sonderpädagog_innen und Fachlehrer_innen reflektiert, Prozesse der inklusiven Schulentwicklung beleuchtet und Möglichkeiten der multiprofessionellen Zusammenarbeit benannt.

Die Anwesenden nutzten dieses Spannungsfeld zur eigenen Verortung für ihr Handeln und waren aus pädagogischer Überzeugung heraus motiviert, nach konzeptionellen Ideen und systemischen Handlungsmöglichkeiten in der eigenen Schule zu suchen.

Das Resümee aller Anwesenden war: „Wir wollen an den pädagogischen Standards/Gelingensbedingungen für Inklusion festhalten (siehe: Sieben Merkmale guter inklusiver Schule, Hrsg. Bertelsmann Stiftung) und im Hier-und-Jetzt verantwortungsvoll an unseren pädagogischen Konzepten mit Blick auf die Kinder/Jugendlichen weiterarbeiten.“

Inklusion steht nicht zur Disposition. Über eine verantwortungsvolle und gute Umsetzung von Inklusion ist jedoch weiterhin zu debattieren.