In den Schulen werden vielfältige Angebote zur Leseförderung gemacht - bei genauer Betrachtung handelt es sich dabei meist um leseanimierende Angebote, die die Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler wecken sollen. Diese Förderansätze sind wichtig, allerdings können gerade schwache Leser und Leserinnen von diesen Angeboten nicht profitieren. Sie benötigen andere Angebote, um die Defizite in der Lesekompetenz zu beheben.

Vor diesem Hintergrund ist es von zentraler Bedeutung, den Lehrkräften aller Schulformen einen wissenschaftlich gesicherten Orientierungsrahmen zur Förderung der Lesekompetenz anzubieten.

Dazu dienen das bundesweit akzeptierte Lesekompetenz-Modell (Rosebrock/Nix, 2014) sowie die BiSS-Expertise (Bildung durch Sprache und Schrift).

Diese beiden wissenschaftlichen Grundlagen sind im Leseprogramm „Verstärkte Leseförderung an allen Schulen“ aufgenommen und in Fortbildungsmodule umgesetzt worden.

Mit dem Leseprogramm erhalten Lehrkräfte einen Orientierungsrahmen für die Leseförderung in allen Schulformen, zugleich ist gewährleistet, dass die Ausrichtung der Leseförderung an wissenschaftlichen und beeinflussbaren Elementen der Lesekompetenz erfolgt:

  • Einsatz von Leselernstandserhebungen als Grundlage von Förderung
  • Förderung der Dekodierfähigkeit/Leseflüssigkeit
  • Einübung von Lesestrategien/auch Schreiben zum Lesen
  • Lesen in allen Fächern
  • Lesemotivation/Vielleseverfahren
  • Leseförderung von Jungen

In der Veranstaltung wird dieser theoretische Rahmen der Lesekompetenz dargestellt und die o.g. Elemente der Lesekompetenz als Kriterien für eine Bilanzierung der schulischen Leseförderung genutzt.

Dazu dient eine  „Checkliste“, mit deren Einsatz die Lehrkräfte bereits gelingende Lesefördermaßnahmen wie auch möglichen Entwicklungsbedarf identifizieren können.

Die Fortbildungsmodule zur Leseförderung können nur kurz aufgezeigt werden; sie sind jedoch ausführlich mit allen Download- Materialien erschienen als Fachbuch:

Ulrike Krug/Daniel Nix (2017): Entwicklung eines schulischen Leseförderkonzeptes. Ein Praxisleitfaden für alle Schulformen“, Klett-Kallmeyer.

Als entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Leseförderung gilt die Leselernstandsermittlung. Nur auf der Grundlage einer differenzierten Diagnostik können dann passgenaue Förderangebote eröffnet werden. Während einige Schülerinnen und Schülern noch um die Verbesserung basaler Lesefertigkeiten, vor allem der Leseflüssigkeit als zentralem Erfolgsfaktor ringen, benötigen andere Lernende Anleitung in der Sinnentnahme aus Texten unterschiedlicher Art.

Eine solche differenzierte Diagnostik ist herausfordernd und mühsam und im schulischen Alltag von Lehrkräften kaum zu bewerkstelligen.

Eine Lösung und Unterstützung ist an dieser Stelle jedoch möglich durch den Einsatz der computergestützten Lernverlaufsdiagnostik „quop“ im Lesen (und Mathematik) in den Klassen 1- 6. 

Dabei bearbeiten die Lernenden Aufgaben am PC und erhalten automatisiert und direkt eine Rückmeldung, ebenso die Lehrkraft – auf Knopfdruck und ohne Eingabe der Lernergebnissen.

“quop“ wurde unter der Leitung von Prof. Souvignier, Universität Münster, entwickelt und wissenschaftlich erprobt.

 „quop“ bietet folgende Leistungen:

  • internetbasierte Erhebung des Lernfortschritts zu acht Messzeitpunkten über das Schuljahr hinweg
  • keine Eingabe von Lernergebnissen der Schüler/-innen erforderlich
  • automatisierte, direkte Rückmeldung zum aktuellen Lernfortschritt an Lehrkräfte und Schüler/-innen; ermöglicht den Lernenden Selbstreflexion und - steuerung sowie Selbstwirksamkeitserfahrungen
  • Leistungsrückmeldungen auf der Individualebene wie auf der Klassenebene,  
  • graphische Darstellung der Ergebnisse in Form von Lernfortschrittskurven, Daten und Tabellen 
  • problemlose Einbindung der Lernfortschrittmessung in den regulären Unterricht, z.B. in Phasen offenen Unterrichts
  • nachweislich hohe Lernzuwächse der Schüler/-innen
  • weitere Effektsteigerung durch Fortbildung der Lehrkräfte zur Interpretation und Nutzung der diagnostischen Informationen
  • fundierte Grundlage für Elterngespräche

„quop“ entspricht der EU-Datenschutzgrundverordnung und ist diesbezüglich vom Hessischen Datenschutzbeauftragten geprüft. Durch eine europaweite Ausschreibung der Hessischen Zentrale für Datenschutz konnte die Leistung von „quop“ als europaweit einmaliges Angebot bestätigt werden.

In der Veranstaltung wird „quop“ zunächst über einen kurzen Film vorgestellt und dann in seinen Besonderheiten erläutert.

Referentin:

Ulrike Krug

Ulrike Krug ist Direktorin a.D. im Hessischen Kultusministerium, zuvor war sie Schulamtsdirektorin im Staatlichen Schulamt, Schulleiterin und Ausbilderin im Studienseminar.

Ulrike Krug ist Autorin des Leseprogramms „Verstärkte Leseförderung“, das hessenweit durch „Fachberater/-innen Bildungssprache“ in alle hessischen Schulen gebracht wird.

 Sie hat „quop“ 2014 in Hessen eingeführt und hessenweit implementiert. Vom Hessischen Kultusministerium wird „quop“ seit dem Schuljahr 2014/15 allen Lehrkräften zur kostenlosen und freiwilligen Nutzung zur Verfügung gestellt und durch von Frau Krug entwickelte Fortbildungen unterstützt.

Zur weiteren konzeptionellen und fortbildungspraktischen Tätigkeit von Ulrike Krug gehört die Entwicklung einer einjährigen Fortbildungsreihe zum förder- und kompetenzorientierten Unterricht, die ebenfalls hessenweit für Lehrkräfte aller Schulformen angeboten wurde.

Dieses Konzept mit praktischer Umsetzung ist erschienen im Carl-Link-Verlag 2013: Handbuch für förder- und kompetenzorientierte Unterrichtsentwicklung. Praktische Anleitung zur Unterrichts- und Schulentwicklung in allen Schularten – ebenfalls mit Download-Materialien versehen.

Aktuell ist Ulrike Krug mit der Dissertation zur Wirksamkeit der Fortbildungsreihe zum förder- und kompetenzorientierten Unterricht befasst.

Kontakt: Krug-taunusstein@t-online.de