Im Projekt "Zentren Begabtenförderung" arbeiteten 23 Schulen aus den 5 Regierungsbezirken schulformübergreifend in Netzwerken an Konzepten der Begabungsförderung. Sie starteten unter dem Dach des Netzwerks „Zukunftsschulen NRW“ 2016 mit wissenschaftlicher Unterstützung der Westfälischen Wilhelms Universität und der Fachhochschule Münster. Das Projekt wurde Ende 2019 beendet.

Zielsetzung des Projektes war zum einen die Erweiterung der Expertise der Schulen in Hinblick auf Begabungsförderung und zum anderen der Aufbau dieser Schulen als beratende Systeme in Funktion von Multiplikatoren.

In aufeinander aufbauenden Modulen haben diese Schulen ihre fachlichen, diagnostischen, didaktischen, kommunikativen und strukturellen Kompetenzbereiche (s. Erläuterung in Box) im Laufe des dreijährigen Projektes erweitert.

Dabei wurden Strukturen und Inhalte des Projektes auf einen inklusiven Umgang mit begabten und hochbegabten Kindern und Jugendlichen und eine individuelle Förderung im Regelunterricht ausgerichtet. Für die schulische Praxis wurde ein weiter Begabungsbegriff zu Grunde gelegt, der auch ermöglichte, die Kopplung von besonderen Begabungen mit speziellen Beeinträchtigungen oder mit bildungsbenachteiligten Lagen in den Blick zu nehmen.

13 Grundschulen, 2 Gesamtschulen und 8 Gymnasien arbeiteten im Projekt sowohl individuell als auch in verschiedenen regionalen Netzwerkgruppen mit Unterstützung der WWU Münster unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Christian Fischer und der Fachhochschule Münster unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani und (ab September 2018) Herrn Prof. Dr. Sebastian Kurtenbach.

Die 23 „Zentren“ haben übersichtlich zusammengestellt, was sie im Einzelnen auszeichnet, innoviert haben, zukünftig implementieren und was sie anderen interessierten Schulen weitergeben möchten. Ihre Konzepte, individuelle Begabungen zu erkennen und zu stärken, sind mit Bezug zu den jeweiligen Voraussetzungen, Herausforderungen und Bedarfen jeder Schule entsprechend standortspezifisch entwickelt.

Neben Hospitationsangeboten einiger Schulen und der Vorstellung ihrer Schulkonzepte bieten die Zentren beispielsweise Materialien, Best-Practice-Beispiele, Beratungs- und Unterstützungsangebote zu folgenden Themen: Expertenprojekte, Epochenunterricht, Übergabemanagement, individuelle Förderung im Fachunterricht, Stärkung von MINT-Fächern, Begabungsförderung im Regelunterricht, differenzierte Arbeitspläne, Durchführung diagnostischer Tests, Enrichment-Module, Forder-Förder-Projekt, Drehtürmodelle, Beratung und Lerncoaching.

Qualifizierungsmodule

a) Fachliche Kompetenz: Theoretische Grundlagen zu den Themenkomplexen „Begabung“, „Benachteiligung“ und „Beeinträchtigung“

b) Diagnostische Kompetenz: Diagnose von Begabungen, Benachteiligungen und Beeinträchtigungen in unterschiedlichen unterrichtlichen Zusammenhängen

c) Didaktische Kompetenz: Förderung von Begabungen im inklusiven Unterricht

d) Kommunikative Kompetenz: Beratung von Lernenden und Lehrenden zu den genannten Themenkomplexen

e) Strukturelle Kompetenz: Konzeptionelle Verankerung der Begabungsförderung im Rahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung