Eltern von Schulanfängern achten auf eine gute Lernentwicklung ihrer Kinder. Und natürlich fragen sie sich auch, wie ihr Kind mit seiner Lehrerin (über 90 Prozent aller Grundschullehrkräfte sind weiblich!), seinem Lehrer zurechtkommen wird. Eltern wissen, dass Kinder in diesem Alter noch besonders „für die Lehrerin" lernen und hoffen deshalb, dass die Beziehung ihres Kindes zur Lehrkraft stimmt (und umgekehrt).

Wenn Konflikte auftauchen, können Eltern ihrem Schulkind mögliche Probleme mit seiner Lehrerin jedoch nicht nehmen. Der Entwicklungspsychologe Jean Piaget sagt: „Wer einem Kind die Lösung eines Problems sagt, betrügt es um seine eigenen Erfahrungen." Eltern hören daher ihrem Kind erst einmal zu und ergründen, welche Gefühle es bewegen.

Diese zu verarbeiten und dabei das Kind zu unterstützen, ist eine wichtige Elternaufgabe. Folgende Grundsätze helfen, die Kinder dabei zu unterstützen und mit einer problematischen Lehrer-Schüler-Beziehung zurechtzukommen:

  • Hören Sie Ihrem Kind zu, wenn es sich beklagt, ohne Partei zu ergreifen.
  • Zeigen Sie, dass Sie die Gefühle des Kindes verstehen, auch wenn Sie diese möglicherweise nicht bejahen.
  • Vermeiden Sie Schuldzuweisungen wie: „Du wirst schon wissen, weswegen sie mit dir geschimpft hat" oder „Das war aber nicht richtig von deiner Lehrerin", denn Sie waren ja nicht dabei.
  • Sprechen sie stets respektvoll über die Lehrerin Ihres Kindes, denn sie hat den gleichen Anspruch auf unantastbare Würde wie Sie und Ihr Kind.
  • Sagen Sie Ihrem Kind bei passender Gelegenheit, was Ihnen an seiner Lehrerin gefällt.
  • Lassen Sie keinen Zweifel daran aufkommen, dass Ihr Kind auch bei Schwierigkeiten zur Schule gehen muss. Das Fernbleiben löst kein Problem.
  • Sollte es einen echten länger andauernden Konflikt geben, suchen Sie das Gespräch mit der Lehrerin. In den meisten Fällen ist das Dreiergespräch gemeinsam mit dem Kind der beste Weg, um Probleme auszuräumen und mit allen Beteiligten Absprachen zu treffen.
  • Pflegen Sie den Kontakt zur Lehrerin schon, bevor es ein Problem gibt. Bringen Sie sich ins Schulleben ein, soweit es Ihre Zeit ermöglicht. Dann lassen sich mögliche Konflikte unkomplizierter ansprechen.
  • Loben Sie auch die Lehrerin, wenn sie etwas Schönes mit den Kindern gemacht hat. Erzählen Sie ihr, wenn Ihrem Kind im Unterricht etwas gut gefallen hat.

Lehrerinnen und Lehrer haben wie alle Menschen Stärken und Schwächen. Aber sie sind die Profis in der Schule und wissen in der Regel, was sie tun. Sie mögen „ihre" Kinder und wollen ihnen helfen, einen guten Start in der Schule zu haben.