Es hat sich in der Schulpraxis gezeigt, dass sich im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich schon zum Ende der Grundschulzeit beträchtliche Leistungs- und Interessenunterschiede zwischen den Geschlechtern abzeichnen. Der Leistungs- und Interessenrückstand der Mädchen, der besonders in den Fächern Mathematik und Physik, in abge­schwächter Form auch in Chemie (nicht aber im Fach Biologie) zu finden ist, vergrößert sich im Verlaufe der weiteren Schulzeit sogar meist noch.

Auf der Basis zahlreicher neuerer Studien zum Thema „Mädchen und Naturwissenschaften“ lässt sich ein relativ aussagekräftiges Bild gewinnen. Die Frage nach den notwendigen Veränderungen des naturwissenschaftlichen Unterrichts, um mehr Jugendliche und speziell mehr Mädchen bzw. junge Frauen dafür zu gewinnen, wurde eindeutig beantwortet.

Entscheidend ist offenbar ein „guter“ Unterricht, der auf Verständnis zielt, den Schüler*innen ausreichend Raum und Zeit lässt und methodisch-didaktisch mit einer Vielzahl unterschiedlicher Impulse den Kindern und Jugendlichen individuelle Möglichkeiten gibt. Von entscheidender Bedeutung dabei sind die jeweilig unterschiedlichen Zugänge bei der Aneignung von Inhalten im Sinne eines „diversity management“ (mit Unterschiedlichkeit umgehen).

Darüber hinaus geht es darum, die Vielfalt der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge und Bereiche zu verdeutlichen und verständlich werden zu lassen. Exemplarische und vertiefende Bearbeitungen eignen sich dafür eher als quantitative und oberflächliche Abarbeitungen.