Vom passiven Zuschauer zum aktiven Produzenten
Erklärvideos zu grammatikalischen Phänomenen mit der Zeige-Lege-Technik (Thorsten Wolk)

In diesem Impulsforum soll exemplarisch an einem Unterrichtsmodell im Fach Deutsch für die Erprobungsstufe gezeigt werden, wie sich der Medienkompetenzrahmen des Landes NRW gewinnbringend zur Stärkung des Fachlichen umsetzen lässt. Es lässt sich problemlos auf andere Fächer und Jahrgangsstufen übertragen und ist schulformunabhängig.

In diesem Unterrichtsmodell erarbeiten und vermitteln die Schülerinnen und Schüler in selbst gedrehten Erklärvideos die Umstellprobe zur Bestimmung der Satzglieder. Mithilfe der Zeige-Lege-Technik verdeutlichen sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sprachliche Phänomene und reflektieren anschließend ihre Medienerzeugnisse kriteriengeleitet. Hierbei stehen neben inhaltlichen Sachkompetenzen vor allem die Medienkompetenzen in der digitalen Welt des Lernens im Mittelpunkt.

Das Unterrichtsvorhaben greift auf das bewährte Konzept des „Lernens durch Lehren“ nach Jean-Pol Martin zurück. Die Schülerinnen und Schüler drehen ihre Erklärvideos in aktiver selbstbestimmter Auseinandersetzung mit dem Gegenstand, gemäß des Prinzips des explorativen Lernens werden sie fortwährend vor die Herausforderung gestellt, problemlösend nach Strategien zu suchen, mit denen sich die Komplexität des Stoffes reduzieren und damit verständlich und nachvollziehbar vermitteln lässt. Gleichzeitig eröffnet diese Methode einen breiten Raum für Möglichkeiten der (Selbst)Differenzierung und Individualisierung, die in diesem Impulsforum vorgestellt werden sollen.

---

Thorsten Wolk unterrichtete Deutsch, Politik und Sozialwissenschaft an einem Gymnasium in Kamp-Lintfort. Er arbeitet zurzeit am Institut QUA-LiS NRW im Bereich der Curriculumentwicklung. Er beschäftigt sich u.a. mit der Frage, wie das Fachliche durch die Digitale Bildung gestärkt werden kann, also neben der Methodenkompetenz gerade die Sach- und Urteilskompetenz von der Digitalisierung profitieren können.