Digitale Schulentwicklung als Beitrag zur Potenzialförderung

Regionaltagung Zukunftsschulen im Regierungsbezirk Arnsberg (26.2.2019)


Schon die Anmeldezahlen signalisierten ein überaus großes Interesse, auf das die diesjährige Regionaltagung der Landesinitiative Zukunftsschulen bei Lehrerinnen und Lehrern im Regierungsbezirk Arnsberg stieß.
200 Teilnehmende aus Schulen und anderen Bildungsinstitutionen besuchten die diesjährige Tagung am 26. Februar 2019 in den Räumen der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn. Unterstrichen wurden Aktualität und Dimension des Themas Digitalisierung in der Veranstaltungswoche durch den verabschiedeten Digitalpakt zwischen Bund und Ländern. Die Tagung in Iserlohn fokussierte das Generalthema Digitalisierung durch die pädagogische Frage, welchen Beitrag eine digitale Schulentwicklung zur Potenzialentfaltung der Schülerinnen und Schüler leisten kann. Denn die Landesinitiative Zukunftsschulen NRW fördert eine vernetzte Lernkultur der individuellen Förderung.

 

Für eine musikalische Einstimmung in die Tagung sorgten 27 Schülerinnen und Schüler der 5e, einer Vokalklasse des Märkischen Gymnasiums in Iserlohn unter Leitung des Klassenlehrers und Chorleiters Stefan Klute. Sowohl das ‚Schatzlied‘ zu Anfang als auch das Lied ‚Hold on your dreams‘ gab den Teilnehmenden auch thematisch eine gelungene Rahmung mit für den Fortbildungstag.

In ihrem Grußwort stellte Monika Nienaber-Willaredt, Leiterin der Schulabteilung, die Herausforderungen der Schulen in den Mittelpunkt, die der globale gesellschaftliche Wandel mit sich bringt. Eine Antwort auf die zunehmende soziale Heterogenität kann die individuelle Förderung mit digitalen Medien sein, ausgerichtet an den Bedürfnissen und dem Potenzial des einzelnen Kindes.


 

Prof. Dr. Michael Kerres, Lehrstuhlinhaber für Mediendidaktik und Wissensmanagement, entwarf in seiner Keynote Möglichkeiten einer digitalen Schulentwicklung als Beitrag zur Potenzialentfaltung bei den Lernenden. Dabei lenkte Kerres das Augenmerk auch auf die gesellschaftspolitische Dimension der Digitalisierung. Statt Euphorisierung eines Lernprozesses mit mobilen Medien („bessere Bildung“) oder Dämonisierung („digitale Demenz“) verwies er auf den Weg der aktiven Gestaltung durch alle Beteiligten. Wie die digitalisierte Schule der Zukunft aussehen soll, ist Ergebnis eines Prozesses des gesellschaftlichen Aushandelns


 

 

Axel Krommer, Akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, setzte sich in seinem Vortrag am Nachmittag kritisch mit der weit verbreiteten These  auseinander, Computer seien moderne Werkzeuge des Lernens, die nun alte ersetzten, und es gelte bei diesem Wandel das Primat der Pädagogik gegenüber der Technik. Mit einem Rekurs auf die Geschichte der Medien, angefangen bei Platons Urteil über die Schriftlichkeit bis zur Erfindung des Buchdrucks und dem Einsatz des Overheadprojektors in Schulen, verdeutlichte Krommer, wie unangemessen und irreführend die Rede vom digitalen Mehrwert ist.

Hier finden Sie Materialien zum Vortrag.


 

 

 

 

Wie in jedem Jahr begrüßte Silke Hinz in ihrer Funktion als Generalistin für individuelle Förderung am Nachmittag Vertreterinnen und Vertreter der 17 neuen Zukunftsschulen und übergab die Schulplakette mit dem Logo der Zukunftsschulen NRW.
In neun Impulsforen wurden unterrichtspraktische Umsetzungsmöglichkeiten mit mobilen Medien für alle Schulformen und Fächer vorgestellt. Alle Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, zwei jeweils einstündige Impulsforen zu besuchen.


Diese Angebote gaben konkrete Anregungen für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht verschiedener Fächer und Jahrgangsstufen: